V. Bildung: Unser Potenzial im 21. Jahrhundert

 

Für uns Liberale gehören die Kinderkrippe und Kindertagesstätte bereits zum Bil­dungsangebot des Staates. Den wesentlichen Teil der hier vermittelten Bildungs­inhalte können die Kinder auch in der eigenen Familie erfahren, sofern die famili­äre Situation und das Wohnumfeld es ermöglichen. Des­halb setzt sich die FDP dafür ein, dass der Besuch dieser Einrichtungen freiwillig und der Ent­scheidung der Eltern überlassen bleibt.

Die FDP Eckernförde hat im Mai 2007 ein umfangreiches Grundsatzpapier zur Kinderbetreuung in Eckernförde verabschiedet, welches Sie bei uns anfordern oder im Internet herunter laden können. Unsere wesentlichen Forderungen sind:

  • Die Stadt soll ihr bestehendes Angebot für Kinderbetreuung aufrecht erhalten. Neue Angebote sollen lediglich dann durch die Stadt betrie­ben werden, wenn diese bei nach­gewiesenem Bedarf nicht durch freie Träger erbracht werden können.
  • Die Deckelung des Landeszuschusses für die Kinderbetreuung in Höhe von 60 Mio. Euro ist aufzuheben, damit ein Ausbau der Krippenplätze erleichtert wird. Sollte die Landesregierung auch hier ihrer Verantwor­tung nicht gerecht werden, muss die Stadt prüfen, wie sie aus eigenen Mitteln ein angemessenes Angebot für Kinder unter 3 Jah­ren sicher stellen kann.
  • Die Finanzierung der Betreuungseinrichtungen in freier Trägerschaft ist denen städti­scher Einrichtungen gleich zu stellen. Die Benachteiligung durch Anwendung der Defi­zitbezuschussung für freie Träger ist durch die Einführung von Betreuungsgutscheinen aufzuheben. Damit erhalten alle Eltern für die Betreuung ihrer Kinder einen Gutschein in der Höhe, den den Stadt für die Betreuung der Kinder in den eigenen Einrichtun­gen aufwendet – ganz gleich, in welcher Einrichtung das Kind angemel­det wird.
  • Für Schüler, deren Eltern aufgrund der beruflichen Situation die Betreu­ung außerhalb der Schulzeiten nicht leisten können, ist ein ausreichen­des und bezahlbares Betreu­ungsangebot mit entsprechender Hausauf­gabenbetreuung nötig. Hier ist zu prüfen, ob das aktuelle Angebot dem Bedarf entspricht und gegebenenfalls Abhilfe zu schaffen

Über diese Punkte hinaus wollen wir sicher stellen, dass die Initiative „Kein Kind ohne Mahlzeit“ nicht weiterhin ins Leere läuft. Es darf in unserer Stadt nicht sein, dass Kinder in ihrer Entwick­lung benachteiligt werden, weil sie aufgrund von Kin­derarmut nicht hinreichend ernährt sind. Nachdem inzwischen nachgewiesen wurde, dass landesweit betroffene Kinder bereits vor dem Essen aus der Betreu­ung ausscheiden und damit auch nicht in den Genuss des Zuschusses für eine freie Mahlzeit gelangen können, wollen wir zunächst die Anzahl der Betroffenen und den daraus resultierenden Finanzbedarf für die Stadt ermitteln. Anschließend werden wir Vorschlä­ge unterbreiten, welchen Anteil die Stadt zur Auflösung dieses Zustandes beitragen kann.

Im Bereich der Schulen sieht die FDP es als unerlässlich an, dass in Eckernförde eine örtlich zuständige Schule für Schüler mit Haupt- und Realschulempfehlung bestehen bleibt. Dieses kann gemäß Schulgesetz nur eine Regionalschule, also die Fritz-Reuter-Schule in Borby sein. Aufgrund der Anmel­dezahlen im letzten Jahr scheint nicht ausgeschlossen, dass sie bereits für das kommenden Schul­jahr nicht die geforderte Mindestmenge an Neuanmeldungen für eine Regional­schule hält. Wir haben immer kritisiert, dass die übrigen Parteien in den nichtöf­fentlichen Kungelrunden zur Schulent­wicklung die Fritz-Reuter-Schule als letzte weiterführende Schule in Borby unzu­reichend dimensioniert haben. Selbstver­ständlich werden wir uns dafür einsetzen, dass diese Schule dennoch erhalten bleibt. Denn wir möchten nicht, dass wo­möglich Schüler demnächst für den Be­such einer Re­gionalschule nach Owschlag fahren müssen, weil sie an einer örtli­chen Gemeinschaftsschule keine Platz be­kommen haben oder weil ihre Eltern eine nur vermeintliche Wahlfreiheit nutzen woll­ten.

In fast allen Schulformen wird künftig in noch stärkerem Maße als bisher binnen­differenziert oder klassenstufenübergreifend unterrichtet werden. Das heißt, dass die Spanne der Leistungs­fähigkeiten und der Altersunterschiede innerhalb einer Klasse zunehmen wird. Es wäre blauäu­gig zu vermuten, dass dadurch nicht zu­sätzliche Probleme aufträten. Die Landesregierung hat allerdings bewusst keine weiteren Stellen für Sozialpädagogen zur Lösung dieser Probleme, beispielswei­se durch so genannte Inseln, geschaffen, in welchen über- oder unterforderte so­wie den Unterricht störende Schüler zwischenzeitlich betreut werden. Wir möch­ten gemeinsam mit den Schulen im Laufe der nächsten Jahre aufnehmen, welche Probleme dadurch entstehen und wie die Stadt Eckernförde helfen kann, womög­lich wenigstens Teile davon zu kompensieren. Es ist nicht zu erwarten, dass die Landesregierung bereit ist, sich der Verantwortung für die Probleme zu stellen, die sie hier verursacht.

Ein weiteres Problem der Bildungspolitik der Landesregierung äußert sich in der Einführung des achtjährigen Gymnasiums (G8). Hierbei müssen die Schüler den Lehrstoff, der bisher in den Klassenstufen 5 bis 10, also in sechs Jahren vermittelt wurde, in fünf Jahren in den Klassen 5 bis 9 erlernen. Deshalb wird die Anzahl der Wochenstunden für die Schüler bereits ab der 5. Klasse deutlich ansteigen. Vermutlich wird es deshalb notwendig sein, die Mensa des Schul­zentrums für das Gymnasium zu erweitern. Wir werden uns dafür einsetzen, dass das Gymnasi­um zumindest baulich in die Lage versetzt wird, den Anforderungen von G8 zu ent­sprechen.

Die FDP Eckernförde setzt sich dafür ein, dass das Land mittelfristig die Bildungs­politik kommu­nalisiert, also neben dem Betrieb der Schulgebäude auch den Lehr­betrieb an die Kommunen überträgt. Wir sind uns sicher, dass diese Maßnahme in Verbindung mit der Einführung von Bil­dungsgutscheinen und Schulen in freier Trägerschaft zum einen die Bildungspolitik von über­flüssiger Ideologie befreit und über den Wettbewerb der staatlichen und freien Schulen bei Wahlfreiheit der El­tern die Qualität des Bildungsangebots deutlich erhöht. Den Bildungspoliti­kern auf Landesebene gehört die Verantwortung entzogen. Sie können ihr nachweislich nicht gerecht werden.

Die Landesregierung von CDU und SPD hat nach der letzten Landtagswahl der Bauschule in Eckernförde den Todesstoß versetzt. Unserer Ansicht nach spra­chen weder sachliche noch fi­nanzielle Gründe für diesen falschen Schritt. Wir be­grüßen und unterstützen zwar die Ansied­lung des Baltic Sea Campus auf dem ehemaligen Bauschulengelände, sehen diesen aber ledig­lich als ungenügende Teilkompensation für den Verlust der Bauschule an.