Mrz 262017
 

Anlässlich der anstehenden Kreistagssitzung, in der über die Zukunft der Kinder- und der Geburtsstation entschieden wird, erklärte der Sprecher der FDP Eckernförde-Schlei-Ostsee, Oliver Fink: „Wir Eckernförder können mit dem Antrag, der am Montag aller Voraussicht nach beschlossen wird, in keiner Weise zufrieden sein. Die Kreispolitik versucht nun immerhin den Eindruck zu erwecken, als wolle sie das korrigieren, was sie in den letzten vier Jahren versäumt hat.“

Fink erläuterte, was aus Sicht der FDP die Mängel an dem Antrag sind, der gegenüber dem Entwurf aus Eckernförde verwässert sei. Drei der vier Möglichkeiten, die zum Erhalt der Kinderstation aufgeführt werden, seien unrealistisch. Die Vorstellung einer Hauptstation für drei Betten sei völlig abstrus. Für das Belegarztsystem stehen die Kinderärzte schon länger nicht mehr zur Verfügung, deshalb arbeiteten sie auch als Honorarärzte einer Nebenabteilung, die Dr. Johannsen durch den Abzug der imland-Ärzte an die Wand gefahren hat. Er werde nun kaum in einer erneuten Begutachtung zu neuen Erkenntnissen gelangen. „Aus den öffentlichen Erklärungen der Kreistagsfraktionen wird ja auch deutlich, dass kein ernsthafter Wille mehr zum Erhalt besteht. Der wachsweiche Antragstext eröffnet die Möglichkeit, die Alternativen so lange zu prüfen, bis nach der Landtagswahl am 7. Mai unter Bedauern bestenfalls verkündet wird, es gebe immerhin noch eine Rufbereitschaft. Vielleicht nicht mal das. Vor der Wahl möchte halt keine Partei Farbe bekennen“, ergänzte der Liberale.

Dramatischer hingegen sei die Entwicklung bei der Geburtshilfe: „Pünktlich zur Sitzung des Kreistags erscheint das Gutachten einer imland-Kanzlei, das total überraschenderweise die Sicht der Geschäftsleitung stützt. Die den Belegärzten von der imland vorgelegten Verträge sind nun angeblich derart rechtsunsicher, dass man sofort aus der Belegerlösung aussteigen müsse, vereinbarte Zahlungen nicht mehr leiste und möglicherweise bereits geleistete Zahlungen zurückfordere.“ Dass die Beleger mit einem Vertragspartner, der eigene Fehler in dieser Art auf sie abwälze, nicht mehr zusammenarbeiten möchten, sei mehr als nachvollziehbar. Damit bleibe nur noch die Möglichkeit der Hauptabteilung. Fink ist da nicht sehr optimistisch: „Eine Klinik, die nach eigener Aussage nicht genügend Kinderärzte zur unterstützenden Versorgung von lediglich 3 Betten findet, soll jetzt eine komplett neue Hauptabteilung auf die Beine stellen? Ich lasse mich da gern überraschen. Aber mir fehlt schlicht der Glaube.“

Nach Meinung der Eckernförder FDP hat sich die Geschäftsleitung komplett gegen die Kreispolitik durchgesetzt: „Wir müssen befürchten, dass innerhalb der nächsten 1 bis 2 Jahre auch die Geburtsstation Geschichte sein wird – sei es aus Kostengründen oder weil die Klinik wieder einmal kein Personal findet. Dann hat Dr. Johannsen auch diesen Kostenblock vom Hals.“