Mrz 192017
 

Der Sprecher der FDP Eckernförde-Schlei-Ostsee, Oliver Fink, sieht sich durch die Berichterstattung der letzten Tage vollständig bestätigt: „Leider ist jetzt klar, dass es für unsere Geburtsstation tatsächlich um die Wurst geht. Ursache ist ganz klar die Verweigerung des zugesagten Konzepts. Über das Antikorruptionsgesetz wird schließlich seit Jahren debattiert. Herr Johannsen hätte schon weit vor Juni 2016 eine Lösung mit den Belegärzten finden können. Auch die Personalprobleme im Bereich der Kinderstation sind nicht vom Himmel gefallen, sondern er hätte rechtzeitig gegensteuern können.“

Fink lägen zudem Berichte vor, es werde imland-Kinderärzten in Rendsburg, die gern in Eckernförde arbeiten würden, deutlich gemacht, das sei auf keinen Fall erwünscht. Seiner Meinung nach passe dazu auch die Tatsache, dass der Geschäftsführung genau nach der Schließung der Kinderstation „plötzlich eingefallen“ sei, dass es ja ein Antikorruptionsgesetz gäbe.

Die vier Jahre, in denen die Geschäftsführung die vom Kreis vorgegebene Planung zur Sicherung der beiden Stationen verweigert habe, ließen sich vielleicht noch per Abmahnung regeln, erneuerte der FDP-Sprecher die Forderung nach personellen Konsequenzen: „Sollte es bei der Schließung der Kinderstation bleiben oder gar noch die Geburtsstation geschlossen werden, ist eine Entlassung von Herrn Johannsen unvermeidlich. Anderenfalls würde der Kreistag dokumentieren, dass er das Versagen der Geschäftsführung mitträgt und die Aussagen aus 2013 niemals ernst gemeint waren.“

Die FDP fordert den Kreis auf, umgehend zu erklären, dass er den durch eigene Versäumnisse entstandenen Schaden auf jeden Fall korrigiere. Die öffentliche Zusage, dass beide Stationen im Umfang von vor Oktober 2016 schnellstens wieder in Betrieb genommen würden, sei das Mindeste, was Eckernförde erwarten könne: „Wer nicht will, findet Gründe – wer will, findet Wege. Aus Rendsburg hören wir Eckernförder ausschließlich Gründe“, kritisierte Fink.

Und mit Blick auf die anstehende Landtagswahl fuhr er fort: „Jeder Eckernförder Kandidat bleibt schön in Deckung. In den Wochen vor der Wahl erzählen sie uns dann wieder alle, wie gut das Land künftig unter ihrer Beteiligung geführt werden wird.“ Dabei dürfe man Serpil Midyatli durchaus fragen, ob Kennzeichen des „Lieblingslandes“ ihres Ministerpräsidenten der medizinische Kahlschlag in der Fläche sei. Und Daniel Günther solle doch mal erklären, ob die öffentliche Vortäuschung von Aktivität der Fraktion in Rendsburg, während gleichzeitig hinter den Kulissen Fakten geschaffen werden, beispielgebend für seine mögliche Regierungsarbeit auf Landesebene sein soll.

Für Fink steht Günther besonders unter Druck, denn es handle sich hauptsächlich um ein CDU-Problem: „Größte Fraktion, Aufsichtsratsvorsitz, Kreispräsident sowie Hauptausschussvorsitz bei der Union, ein von der CDU vorgeschlagener Landrat und ein imland-Geschäftsführer, der früher Geschäftsführer des CDU-Wirtschaftsrats war – mehr geht nicht. Allerdings habe ich noch die Hoffnung, dass mein ehemaliger Ratskollege wie 2013 sein Gewicht in die Waagschale wirft und seine Parteifreunde endlich zur Räson bringt.“