Mrz 102017
 

Auf ihrer Vorstandssitzung am 9. März hat sich die FDP Eckernförde-Schlei-Ostsee intensiv mit der Schließung der Kinderstation an der imland-Klinik und einer drohenden Schließung der Geburtsstation befasst. Dazu erklärte der Ortsvorsitzende, Bernd Hadewig: „Für uns ist die Schließung der Kinderstation überhaupt nicht hinzunehmen. Wir sind uns sicher, dass diese Maßnahme lediglich dazu dient, damit später die Schließung der Geburtsstation zu begründen. Alles, was man von den Ärzten und Hebammen dazu hört, bestätigt unsere Annahme.“

„Es ist beschämend, was der Kreis mit Eckernförde abzieht“, ergänzte sein Stellvertreter, Oliver Fink. Er wies darauf hin, dass der Kreis im März 2013 versprochen hatte, die Geburtsstation und die Kinderstation zu erhalten: „Dazu ist dann die Geschäftsführung beauftragt worden, ein Konzept zu erarbeiten, um beide Stationen zu sichern. Fakt ist: Seit vier Jahren hat die Geschäftsführung ein solches Konzept verweigert, haben weder Aufsichtsrat noch Kreistag es eingefordert. Jetzt soll auch noch der Rest der Versprechen gebrochen werden. Unglaublich ist dabei die Rolle des Landrats.“

Fink zitierte aus dem Protokoll der Sitzung des Hauptausschusses vom 17. Januar 2013. Dort habe Rolf-Oliver Schwemer angekündigt, „mit der Geschäftsführung, dem Aufsichtsrat und dem Kreis an einem Zukunftskonzept mitzuwirken, um auf Dauer die Grund- und Regelversorgung sicherzustellen.“ Es werde mit Hochdruck an einer dauerhaften Lösung gearbeitet, hatte Schwemer erklärt. „Wie es aussieht, hat Herr Dr. Schwemer die Absicht, als ‚Lügender Landrat‘ in die Geschichte des Kreises einzugehen“, fasste Fink die Situation zusammen.

In jedem ordentlich geführten Unternehmen würden einer Geschäftsführung, welche die Weisungen der Eigentümer – ob aus Unwillig- oder Unfähigkeit – ignoriert, die Leviten gelesen, führten die beiden aus. Das Mindeste sei eine Abmahnung, wenn nicht gar der Rauswurf des Geschäftsführers, fordert die FDP. Ebenso sei der Rücktritt von Aufsichtsratschef Thorsten Schulz unumgänglich, der seit drei Jahren für das Kontrollversagen des von ihm geführten Gremiums verantwortlich sei. Insbesondere, weil es bei der imland-Klinik so aussehe, als bekomme Dr. Johannsen als Belohnung für seine Pflichtverletzung den von ihm gewünschten Freibrief dafür, die erste der beiden Stationen endgültig an die Wand zu fahren. „Schlussendlich muss sich der Kreis auch fragen lassen, ob er mit der Sana-Gruppe den richtigen Betreiber der Kliniken beauftragt hat“, stellte Fink fest. „Dieses Unternehmen scheint sich mehr auf die Abwicklung von Stationen denn auf den Betrieb von Kliniken zu verstehen.“

Einstimmig beschloss der Ortsvorstand, die Kreistagsfraktion zu bitten, im kommenden Kreistag die sofortige Wiedereröffnung der Eckernförder Kinderstation zu beantragen. Hadewig erklärte, man sei in guten Gesprächen: „Wir sehen die Bemühungen unserer Kreistagsfraktion, die Situation für Eckernförde zu retten. Deshalb setzen wir auf die Ortsverbände der übrigen Parteien, ebenfalls ihren Einfluss geltend zu machen, damit deren Kreisvertreter diesen Antrag unterstützen. Bereits 2013 war es parteiübergreifend möglich, dass sich im Kreistag eine Koalition der Verantwortungsbewussten gegen den Rückbau der medizinischen Grundversorgung in der Fläche gebildet habe.“

Anlage: Beschluss des Ortsvorstands vom 9. März 2017