Feb 052016
 

Zur aktuellen Diskussion über einen Kino-Standort in Eckernförde erklärte die FDP-Ratsvertreterin Susanne Molt:

„In der Einwohnerfragestunde der letzten Ratsversammlung wurde das Dilemma um den Kino-Standort deutlich: Einerseits ist ein Kino für Eckernförde in greifbare Nähe gerückt. Das wurde nach drei Jahren Arbeit an diesem Thema auch dringend Zeit.“ Molt verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass der Skaterpark am Schulweg als einzig realisierbarer Standort verblieben sei, für den ein Investor bereit stände und für den alle vom Bau Betroffenen (Skater, Jugendliche und Kleingärtner) ihr Einverständnis erklärt hätten. Es fehle nun einzig noch an der Zustimmung der politischen Gremien.

„Andererseits erfahren die Bürger dann aus der Zeitung, dass nun plötzlich noch ganz andere, neue Standorte und Ideen zum Kino erarbeitet worden seien, nämlich auf dem Workshop des Bürgerforums. Damit soll sich also nun die Möglichkeit eröffnen, dass man mit allen Bürgern diese vielfältigen Ideen diskutieren und schlussendlich eine Abstimmung aller Bewohner zum Kino anschließen könne“, fuhr die FDP-Vertreterin fort. „Diejenigen, die das fordern, wollen also die Entwicklung noch einmal um komplette drei Jahre zurückdrehen und ganz von vorn anfangen. Natürlich wissen sie nicht, ob sie damit irgendwann noch einmal einem Kino so nahe kommen, wie wir es gerade sind. Man darf vermuten: Sie wollen schlussendlich gar kein Kino, sondern würden es gern anderen Interessen opfern.“

Molt kritisiert insbesondere, dass in dieser Debatte Wunschvorstellungen mit konkret bestehenden Planungs- und Verhandlungsergebnissen gleichgesetzt werden. „Da wird von einem Investor für imaginäre Standorte phantasiert, während wir für die aktuelle Planung einen haben. Es werden Zusammenhänge zur Stadthalle konstruiert, die in den vergangenen drei Jahren nie ernsthaft ins Gespräch gebracht wurden. Da soll jetzt eine Stadthalle mit Kino auf den Parkplatz ‚Grüner Weg‘ gebaut werden, obwohl wir seit Jahren über fehlende Parkplätze in der Innenstadt diskutieren. Und jetzt schlägt ausgerechnet das Bürgerforum den Bau von Appartements anstelle der Stadthalle oder auf dem Exer vor – eine politische Bewegung, die maßgeblich entstanden ist, um die Bebauung der Hafenspitze zu verhindern.“

Besonders absurd findet die Ratsfrau, dass jetzt auch noch ein Supermarkt für den Schulhof der Pestalozzischule angedacht ist: „Da fallen dann noch jede Menge weitere innenstadtnahe Parkplätze weg, es entsteht ein ‚unsichtbarer‘ Supermarkt in zweiter Reihe. Die Belieferung müsste über die Parkplätze am Bahnhof erfolgen. Jeder, der die dortige Verkehrssituation kennt, kann sich nur noch an den Kopf fassen. Besonders übel stößt mir dabei die Bemerkung auf, es gebe an der Schule eh nur noch wenige Schüler und die bräuchten kaum noch Platz. Während den Skatern also der Umzug auf die andere Straßenseite nicht zuzumuten ist, schlägt der Kollege Matthias Huber vor, Schülern mit Lernschwierigkeiten ersatzlos ihre Pausenfläche zu nehmen.“

An ihre Ratskollegen appelliert Molt, jetzt das Kino auf den Weg zu bringen: „Wir haben nur eine entscheidungsreife Planung. Wer also wirklich ein Kino will, sollte diese jetzt zur Umsetzung bringen – oder aber zumindest die Ehrlichkeit aufbringen, zu erklären, dass ihm ein Kino dann doch nicht so wichtig ist.“