Sep 202012
 

Ratsherr Lars Seemann erklärt seinen Austritt aus der FDP-Fraktion in der Eckernförder Ratsversammlung und gleichzeitig seinen Beitritt zur CDU-Fraktion. Diese hat seiner Aufnahme bereits zugestimmt. Dazu erklärt er: „Die Entscheidung, meine politischen Weggefährten der letzten Jahre zu verlassen, ist mir sehr schwer gefallen. Allerdings erscheint mir die politische Entwicklung der Bundespartei, deren Führungspersonal und dessen Verhalten derart inakzeptabel, dass ich mich mit deutlichem Vorlauf zur nächsten Kommunalwahl zu diesem Schritt entschlossen habe.“

Der Fraktionsvorsitzende Oliver Fink bedankte sich für die bisherige Zusammenarbeit: „Die Art und Weise dieses Übertritts ist sicherlich ungewöhnlich. Beiden Seiten war es dabei wichtig, die Angelegenheit menschlich anständig über die Bühne zu bringen. Das waren wir uns nach den Jahren enger Zusammenarbeit schuldig. Selbstverständlich sind wir nicht begeistert von der Entscheidung Lars Seemanns, aber wir müssen sie akzeptieren.“

Weniger milde ging er allerdings mit der Bundesführung ins Gericht: „Wir erleben in Berlin die größte und gleichzeitig wirkungsloseste FDP-Bundestagsfraktion der Geschichte. Beim dortigen Führungspersonal und dem der Bundespartei darf man sich fragen, was eigentlich größer ist: Inkompetenz oder Hybris? Menschen mit liberalem Weltbild können sich in der Regierungspolitik nicht einmal ansatzweise wiederfinden. An der Basis rumort es deswegen schon seit längerem sehr heftig. Der Austritt von Lars Seemann war nicht der erste – und er wird wohl leider auch nicht der letzte bleiben.“

Völlig entsetzt zeigte sich Fink im Hinblick auf die Bundespolitik auch von der Forderung Wolfgang Kubickis, den ESM mit einer Banklizenz auszustatten: „Sobald jemand bei der FDP in die Bundespolitik wechseln möchte, scheint er automatisch auf komische Gedanken zu kommen. Jahrelang hat Herr Kubicki die durchaus richtige Meinung vertreten, die staatlichen Banken seien am schlechtesten durch die Krise gekommen. Und nun möchte er dem superstaatlichen, demokratisch unkontrollierbarem Verwaltungsmonster ESM eine Banklizenz andienen. Das kann man keinem normalen Menschen mehr erklären.“

Fink riet dem Vorsitzenden der Landtagsfraktion abschließend, sich lieber um die Probleme der Menschen in seinem Wahlkreis zu kümmern: „Obwohl ich ihn persönlich um Unterstützung gebeten hatte, hat sich unsere Landtagsfraktion bis heute zur zwischenzeitlich drohenden Schließung der Geburtsstation in der imland-Klinik in Schweigen gehüllt. Auf der Demo in Eckernförde waren nur Landes- und Bundespolitiker anderer Parteien vertreten. Ich hätte es begrüßt, wenn mein Parteifreund Kubicki hier vor Ort zu etwas Sinnvollem beigetragen hätte, anstatt mit unsinnigen Ideen durch die Talkshows zu touren.“