Jan 282005
 

Zu den Auswirkungen der Bildungspolitik der Landesregierung auf die Situation an Eckernförder Schulen erklärte der Vorsitzende des FDP-Ortsverbandes Eckernförde, Oliver Fink:

„Nach der Bauschule nun das Gymnasium: Kultusministerin Ute Erdsiek-Rave entwickelt sich zu einem echten Bildungs-Alptraum für Eckernförde!

Nach unseren Informationen zahlen die Eltern der Schüler der Klassenstufe 7 an der Jungmannschule mittlerweile die Lehrkraft für den Physikunterricht aus der eigenen Tasche. Während sich die rot-grüne Landesregierung auf der einen Seite populistisch gegen Studiengebühren ausspricht, führt sie durch die bewusste Vernachlässigung des gegliederten Schulsystems faktisch Schulgebühren durch die Hintertür ein.

Im letzten Jahr haben sich aufgrund der erbärmlichen Unterrichtsversorgung am einzigen Eckernförder Gymnasium weit mehr als 50 Eltern und Schüler an die Kultusministerin gewandt und dieser ihre Sorgen über die Bildungsqualität und die daraus resultierende Schädigung der Zukunftschancen zum Ausdruck gebracht. Eine Antwort erhielten bisher nur die Eltern. Sie wurden über ein der FDP vorliegendes und per Schulleitung verteiltes Standardschreiben unter anderem wie folgt informiert: ,… hat sich … die Versorgung der Gymnasien ein wenig verschlechtert. Da die Schülerzahlen wieder sinken werden, wird sich die Lage in wenigen Jahren entspannen.

Diese Antwort ist eine Verhöhnung der Eltern, denen schlichtweg nur mitgeteilt wird, dass künftigen Generationen von Schülern wieder besser gehen werde, sie selbst aber nicht mehr mit einer angemessenen Ausbildung ihrer Kinder rechnen könnten. Die Landesregierung ist mit Ihrem Latein offenkundig am Ende und fährt mit den Staatsfinanzen auch die Bildung an die Wand.

Die Briefe der Schüler wurden im übrigen gemäß unserem Kenntnisstand auch nach über einem Vierteljahr bisher nicht beantwortet. Die Kultusministerin muss sich fragen lassen, ob sie auf diese Art und Weise das Vertrauen junger Menschen Staat und Demokratie nicht nachhaltig schädigt.

Angesichts des verzweifelten Versuchs, mittels Statistikbeschönigung des Programms ,Jede Stunde zählt!‚ das wahre Ausmaß des Unterrichtsausfalls in Schleswig-Holstein zu kaschieren, spricht auch folgendes Zitat des Schreibens an die Eltern Bände: ‚Erlauben Sie mir abschließend noch den Hinweis, dass die Anzahl der Unterrichtsstunden noch nichts über die Nachhaltigkeit des Lernens aussagt.

Dr. Ekkehard Klug wird als designierter Bildungsminister des Landes am 2. Februar um 19.30 Uhr in der Siegfriedwerft unter dem Motto ‚Chancengleichheit oder Gleichmacherei!?‚ über die Zukunftsperspektiven durch eine bessere Bildungspolitik referieren und sich der Diskussion stellen. Die FDP will keine weitere Schulsystemdebatte, die von den wirklichen Problemen an den Schulen nur ablenken soll, sondern eine inhaltliche Verbesserung der Ausbildung und sowie eine ausreichende Lehrerversorgung. Schleswig-Holstein krankt nicht am Schulsystem, sondern daran, dass uns bereits über 1.300 Lehrerstellen fehlen, um nur den um 13 Prozent besseren Bundesdurchschnitt zu erreichen.“